Kennt ihr diesen Moment am Esstisch? Ihr schaut zu eurem Kind hinüber und seht, wie es langsam zur Seite kippt. Wieder. Die Anspannung in euren Schultern steigt sofort: Gleich müsst ihr aufspringen, stützen, neu positionieren. Das Essen wird kalt, die Geschwister werden ungeduldig, und euer Kind? Es wirkt erschöpft vom ständigen Kampf gegen die Schwerkraft.
Viele Familien kennen diese Situation. Und viele haben einen Weg gefunden, wie Mahlzeiten, Therapiestunden und Familienmomente wieder entspannter werden können: Durch ein individuell angepasstes Hilfsmittel.
In diesem Artikel erfahrt ihr, wie eine Sitzorthese funktioniert, wem sie helfen kann und was sie im Alltag eurer Familie verändern könnte.
Wenn Sitzen zur täglichen Herausforderung wird
Bei jeder Mahlzeit dieselben Sorgen: Euer Kind rutscht zur Seite und kann sich selbst nicht aufrecht halten. Ihr fragt euch: "Tut ihm das weh? Bekommt es Druckstellen?" Ihr müsst immer wieder eingreifen und die Sitzposition korrigieren, euer Kind stützen oder neu positionieren, während das Essen kalt wird.
Euer Kind kann nicht richtig mitmachen. Kein Malen am Tisch, kein gemeinsames Essen auf Augenhöhe und keine wirkliche Teilhabe am Familienalltag.
Daraus leitet sich schnell ein Gefühl der Hilflosigkeit ab: Es muss doch eine Lösung geben, damit mein Kind bequemer und sicherer sitzen kann?
Viele Kinder mit ICP, Muskelhypotonie oder anderen Einschränkungen haben keine ausreichende Rumpfkontrolle, und Standard-Therapiestühle bieten oft nicht die nötige, individuelle Unterstützung an den richtigen Stellen. Das Kind kann nicht entspannt sitzen, die Muskeln sind permanent angespannt und daraus können dann immer wieder Beschwerden entstehen.
Und ihr? Ihr seid in ständiger Alarmbereitschaft - müsst korrigieren, stützen, aufpassen.
Die Auswirkungen falscher Sitzhaltung
Körperliche Konsequenzen für euer Kind
Wenn das Körpergewicht eures Kindes nicht gleichmäßig verteilt ist, können Druckstellen und Beschwerden entstehen. Der Körper kann sich an Schieflagen gewöhnen (Beckenschiefstand, Skoliose), und Fehlhaltungen können sich verfestigen.
Das Atmen kann schwerer fallen, wenn die Wirbelsäule nicht gerade ist und die Lunge nicht frei arbeiten kann. Euer Kind ist dann möglicherweise schneller aus der Puste und verliert Energie, die es für die wichtigen Dinge des Tages braucht. Eine zusammengesackte Haltung kann auf die Organe drücken und die Verdauung beeinträchtigen.
Emotionale Belastung für die ganze Familie
Euer Kind fühlt sich vielleicht mitunter ausgeschlossen, wenn es nicht am Tisch mitmachen kann und auf Augenhöhe mit seinen Geschwistern ist. Ihr als Eltern seid erschöpft, weil ihr ständig wachsam sein müsst und das Eingreifen euch auch körperlich fordert.
Jede Mahlzeit wird zur Kraftprobe statt zur Quality Time. Therapieerfolge können verpuffen, und was in der Physiotherapie mühsam aufgebaut wurde, geht eventuell wieder verloren. Dazu die Frage: "Mache ich genug? Gibt es eine bessere Lösung?"
Die Zeit läuft...
Je länger Fehlhaltungen bestehen, desto schwerer können sie zu korrigieren sein, und die Lücke zu gleichaltrigen Kindern wird größer: Während andere selbstständiger sitzen, braucht euer Kind oft noch permanente Hilfe.
Die Sitzorthese – Maßgeschneiderte Unterstützung für euer Kind
Was ist eine Sitzorthese?
Die Sitzorthese ist eine individuell angefertigte Sitzhilfe aus einem verformbarem Kunststoff. Sie wird exakt an den Körper eures Kindes angepasst - wie eine zweite Haut. Sie gibt Halt an genau den Stellen, an denen euer Kind ihn braucht: Becken, Rumpf, Oberschenkel, Füße.
Und sie kann helfen, Druckstellen zu vermeiden, die sich sonst typischerweise bilden. Außerdem kann durch eine gezielte Unterstützung auch die Kopfkontrolle verbessert werden, was die Wahrnehmung fördern kann.
Aber der wichtigste Unterschied: Hierbei gibt es keine Kompromisse – eure Sitzorthese wird ein Unikat!
Wie funktioniert die Anpassung?
Der Körper eures Kindes wird im entspannten Zustand im Vakuumabdruckverfahren abgeformt; dabei wird jede Körperkontur berücksichtigt. In der hauseigenen Tiefziehanlage entsteht dann die perfekte Passform. Und sie wächst mit: Durch thermoplastisches Umformen kann die Sitzorthese später bei Bedarf leicht verändert werden.
Wo kommt die Sitzorthese zum Einsatz?
Am Esstisch: Gemeinsame Mahlzeiten können wieder entspannter werden, da euer Kind mit euch zusammen sitzen und essen kann.
Im Kindergarten: Mit den anderen Kindern am Tisch spielen und malen.
In der Schule: Teilhabe am Unterricht durch Lernen und Interagieren in normaler Höhe am Tisch.
Bei der Therapie: Durch die optimale Sitzhaltung hat euer Kind die Hände frei und damit eine gute Ausgangslage für Übungen.
Im Rollstuhl: Als Sitzschale für eine komfortable Mobilität.
Im Bad: Als Hygienesitzorthese kann sie für eine entspanntere Pflege zu jeder Tages- und Nachtzeit sorgen.
Im Auto: Wenn ein herkömmlicher Reha-Autokindersitz nicht passt, kann unsere individuell angepasste Autositzorthese "STREHL-Cart" die passende Lösung sein!
Wenn Sitzen leichter werden kann
Für euer Kind
Von Anstrengung zu mehr Entspannung: Es kann ganz von allein aufrechter sitzen, ohne zur Seite zu kippen. Die Daueranspannung beim Sitzen kann reduziert werden, weniger Verkrampfungen entstehen, und die Muskeln können leichter entspannen.
Für euch als Eltern
Von Sorge zu mehr Sicherheit: Der Morgen kann ganz anders beginnen; ihr setzt euer Kind in die Sitzorthese und wisst: Es sitzt stabiler! Ihr müsst nicht ständig aufpassen und kontrollieren, sondern könnt die gemeinsame Zeit am Tisch besser genießen und auch für euch selbst nutzen. Nicht nur euer Kind, sondern auch ihr habt die Hände freier: Zum Essen, für den Kaffee, für euch selbst.
Die langfristigen Verbesserungen
Die positiven Effekte durch den Einsatz von Sitzorthesen können nachhaltig sein:
- Fehlhaltungen können sich weniger stark verfestigen, die Wirbelsäule kann – bei korrekter Positionierung – so gerade wie möglich aufgerichtet werden.
- Therapieerfolge können positiv unterstützt werden, und die Haltung wird täglich trainiert.
- Durch eine bessere Haltung kann sich die Atmung, die Verdauung und die Wahrnehmung verbessern.
- Teilhabe kann Realität werden: Ob zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule – überall begegnet man sich auf Augenhöhe.
Warum eine Sitzorthese von STREHL?
Wir bieten euch eine 360°-Versorgung von der ersten Anamnese über die Anpassung bis zur Nachbetreuung. Unser Fertigungsverfahren ist einmalig, und das Resultat ist dann eine individuelle Sitzorthese, in der man tatsächlich euer Kind sieht – und keine unförmigen Polster.
Bei Bedarf kommen wir zu euch, damit euer Kind in vertrauter Umgebung bleiben kann. Wir begleiten euch durch den Prozess der Krankenkassen-Anträge und Kostenübernahmen und bleiben euer Ansprechpartner während der gesamten Nutzungsdauer – auch bei Reparaturen.
Für wen ist eine Sitzorthese geeignet?
- Kinder mit ICP (Infantile Zerebralparese), Muskelhypotonie, Muskeldystrophie, Rumpfinstabilität
- Kinder, die nicht selbstständig sitzen können oder nur unter Anstrengung
Der nächste Schritt
Ruft uns an oder schreibt uns – wir beantworten eure Fragen. Wir kommen gern zum Erstgespräch zu euch nach Hause oder Ihr kommt zu uns nach Bremervörde, wo wir Euch auch gleich jede Menge Ideen zeigen können. Gemeinsam finden wir heraus, ob eine Sitzorthese die richtige Lösung für euch und euer Kind sein kann.
Hinweis: Die individuelle Wirkung einer Sitzorthese kann von Kind zu Kind unterschiedlich sein. Wir beraten euch gern zu den Möglichkeiten für eure persönliche Situation.




