Therapiestühle: Auf Augenhöhe beim Essen, Spielen & Lernen!

Björn Strehl
Zuletzt aktualisiert:
18.01.2026
Lesezeit:
3
Minuten

Was ist ein Therapiestuhl?

Es handelt sich beim Therapiestuhl um einen speziellen Stuhl, der Kindern mit körperlichen Beeinträchtigungen sicheren Halt gibt. Er ermöglicht vor allem das aufrechte Sitzen auf normaler Tischhöhe und ist für eure Kinder somit ein wesentlicher Bestandteil zur Teilhabe, was ihn zum wichtigsten Hilfsmittel für das selbstständige Sitzen macht. Im Unterschied zum normalen Stuhl hat er eine Stützfunktion und optional ein passendes, verstellbares Positionierungssystem.

Warum ist das wichtig?

Zur genannten Teilhabe gehört eben auch die Begegnung auf Augenhöhe mit Familie, Geschwistern und Freunden, um als Teil der Gemeinschaft nicht „daneben“ zu sitzen, sondern „dabei“ zu sein. Diese Würde und Selbstverständlichkeit im Alltag ist gut und wichtig für das mentale Wohlbefinden.  

Stellt euch vor: Die ganze Familie sitzt am Tisch zum Abendessen. Ihr Kind ist mittendrin, auf gleicher Höhe, lacht mit den Geschwistern, greift selbst nach dem Becher. Kein Unterschied. Kein „Anderssein“. Einfach mit dabei, einfach Familie.

Warum „auf Augenhöhe“ so wichtig ist

Kinder spüren, wenn sie anders behandelt werden als andere in ihrem Umfeld. Sie wollen gleichwertig mitmachen, um als Teil der Gruppe ernst genommen zu werden – genau wie alle anderen. Das Selbstvertrauen wächst mit diesem Erleben: „Ich gehöre dazu!“

Gleichzeitig hat dieser Ansatz auch eine praktische Bedeutung: Gemeinsame Mahlzeiten ohne Barrieren, das Spielen am Tisch mit den anderen Kindern und das Lernen auf normaler Tischhöhe in Kindergarten und Schule schaffen die Voraussetzung für ein leichteres und stressfreieres Miteinander.

Die soziale Interaktion auf Augenhöhe ist Voraussetzung für eine bessere Kommunikation und fördert so die Entwicklung: motorische Fähigkeiten, wie z. B. das Greifen, Essen oder Malen. Euer Kind kann sich am Tisch besser konzentrieren: beim Malen, beim Essen, beim Lernen. Das fördert die Entwicklung auf natürliche Weise.  

Es geht nicht nur darum, dass euer Kind sitzt – es geht darum, dass es wirklich dabei ist!

Wo wird der Therapiestuhl eingesetzt?

Zu Hause:

  •  Am Familientisch beim Essen
  •  Im Wohnzimmer beim Spielen, Basteln, Malen
  •  Bei den Hausaufgaben (wenn euer Kind älter ist)
  •  Im Sommer auf der Terrasse beim Grillen  

Kindergarten und Schule:

  •  Im Gruppenraum auf gleicher Höhe mit den anderen Kindern
  •  Beim gemeinsamen Essen in der Kita
  •  Im Klassenzimmer (Inklusion ermöglichen)  

Therapie:

  •  Bei Ergotherapie, Logopädie
  •  Fördert aufrechte Haltung während der Übungen
  •  Therapeuten können besser arbeiten  

   → Überall dort, wo euer Kind mit anderen zusammen ist, macht der Therapiestuhl den Unterschied zwischen „daneben“ und „mittendrin“.

Praktische Vorteile im Alltag

Für das Kind bedeutet der Therapiestuhl vor allem sicheren Halt beim Essen und keine Angst mehr vor dem Umfallen. Es hat die Hände frei zum Greifen, Essen und Spielen. Der Blickkontakt auf Augenhöhe bedeutet für alle eine bessere Kommunikation, die sich natürlich und inklusiv anfühlt. Das führt zu mehr Selbstständigkeit und vermittelt: „Ich kann das selbst!“

Für die Eltern werden so gemeinsame Mahlzeiten wieder möglich, statt einer separaten Fütterung. Da kein Bücken nötig ist, ist das Ganze auch noch rückenfreundlich. So kehrt eine Extraportion Quality Time an euren Tisch zurück.

Geschwisterkinder erleben wieder mehr „normalen“ Familienalltag – das Gefühl, dass ein Geschwisterteil „außen vor“ ist, schwindet. Das gemeinsame Spielen am Tisch stärkt die Bindung zwischen den Kindern.

Der Therapiestuhl leistet also Großartiges: das Gefühl von Normalität. Nicht die Familie arrangiert sich um das Kind – der Stuhl integriert das Kind wieder mitten im Familienleben. Eine Mutter aus Bremen drückte es so aus: „Früher musste ich meine Tochter immer separat füttern, während die anderen am Tisch saßen. Jetzt sitzt sie mit uns am Tisch, greift selbst nach ihrem Becher und lacht mit ihrer Schwester. Das ist unbezahlbar.“

Therapiestuhl und Sitzorthesen

Die Kombination ist oft ideal: Der Therapiestuhl bietet mit Gestell, der einstellbaren Höhe und seiner Stabilität die Basis, die Sitzorthese mit ihrer individuellen Passform und Druckverteilung den Komfort.

Was macht wann Sinn?

Therapiestuhl allein: Für Kinder mit leichteren Einschränkungen  

Mit Sitzorthese: Bei komplexeren Unterstützungsbedarfen (z. B. ICP, geringe Rumpfkontrolle)

Mehr zum Thema Sitzorthesen erfahrt ihr hier: https://rehastrehl.de/reha-loesungen-sitzen

Fazit

Therapiestühle sind mehr als nur spezielle Sitzmöbel – sie ermöglichen Teilhabe, Integration und Würde. Und sie können noch mehr: Sie schaffen neue Möglichkeiten beim Essen, Spielen und Lernen. Sie fördern unsere Kinder und verbessern die Kommunikation.

Was ihr nun tun könnt

Die Auswahl dieses besonderen Möbelstückes ist nicht immer einfach, deshalb setzen wir uns gern mit euch zusammen und finden die beste Lösung für euer Kind.

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