Dekubitus vermeiden: worauf es beim Sitzen ankommt

Björn Strehl: Freundlicher, lächelnder Mann mit Glatze, Brille und Rollkragen
Björn Strehl
Zuletzt aktualisiert:
29.06.2026
Lesezeit:
4
Minuten
Dekubitus vermeiden: worauf es beim Sitzen ankommt
Dekubitus vermeiden: worauf es beim Sitzen ankommt

Was ist Dekubitus und warum trifft er Kinder beim Sitzen?

Als Dekubitus bezeichnet man ein Druckgeschwür, das durch andauernde Belastung der Haut und des darunter liegenden Gewebes entsteht, die durch den permanenten Druck schlechter durchblutet werden. Übersteigt der Druck über längere Zeit einen kritischen Wert, kann es zu nachhaltigen Störungen im Stoffwechsel der Haut kommen, die zu den gefürchteten Geschwüren führen können. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus Höhe des Drucks und Dauer der Belastung.

Zu den betroffenen Risikogruppen gehören vor allem Kinder, die viel liegen oder sitzen und den eigenständigen Positionswechsel nicht oder zu wenig durchführen. Das gilt insbesondere für Kinder mit schwacher Rumpfkontrolle, die beim Sitzen auf relativ schmalen Auflageflächen dauerhaftem Druck ausgesetzt sind.

Worauf es beim Sitzen ankommt

Am wichtigsten ist hierbei die Druckverteilung, denn sie kauft uns Zeit. Wer sein Gewicht gleichmäßiger über einen größeren Wirkungsbereich verteilt, kann länger sitzen oder liegen. Maßgefertigte Sitzversorgung kann hier unterstützen.

Auch der Positionswechsel ist wichtig: Durch regelmäßiges Umlagern und Haltungswechsel kann das Risiko eines Dekubitus deutlich gesenkt werden.

Feuchtigkeit und Wärme sollten an den Auflageflächen weitgehend vermieden werden; die bei Strehl verwendeten Materialien sind atmungsaktiv und können eine möglichst gute Lagerung unterstützen.

Trotzdem solltet ihr die Haut eurer Kinder stets beobachten und auf kleinste Anzeichen von Druckstellen reagieren, um frühzeitig handeln zu können.

Erste Warnzeichen: Woran erkennt ihr eine beginnende Druckstelle?

⚠️ Disclaimer: Wir geben hier keine medizinischen Ratschläge und empfehlen stets, betroffene Stellen ärztlich abklären zu lassen.

Ein einfacher Fingertest kann helfen, eine harmlose Hautrötung von einem ersten Warnzeichen zu unterscheiden. Dabei drückt man für einige Sekunden mit dem Finger auf die gerötete Stelle. Wird die Haut unter dem Druck kurz blass und färbt sich danach wieder rötlich, spricht man von einer wegdrückbaren Rötung – das ist in der Regel ein gutes Zeichen. Bleibt die Rötung dagegen bestehen und lässt sich nicht wegdrücken, kann das ein Hinweis auf eine beginnende Druckstelle sein. In jedem Fall solltet ihr die Stelle im Auge behalten und ärztlich abklären lassen.

Wie eine passgenaue Sitzversorgung unterstützen kann

Ein individuell angepasstes Hilfsmittel kann Druck großflächiger verteilen und damit zur Entlastung beitragen. Wir können euch zu den möglichen Lösungen beraten, wenn eine Standardlösung nicht ausreicht und Druckstellen erzeugt.

Gerade beim Sitzen kommt es auf Passgenauigkeit an; die Auflagefläche ist durch die teilweise aufrechte Haltung des Oberkörpers naturgemäß kleiner als beim Liegen und das damit einhergehende Punktgewicht auf einzelne Körperteile daher größer. Eine Sitzorthese muss deshalb besonders sorgfältig angepasst werden. Durch unser Vakuumabdruckverfahren und die besonders strenge Qualitätskontrolle stellen wir für euch möglichst optimale Hilfsmittel her.

Häufige Fragen

Wie oft soll mein Kind beim Sitzen die Position wechseln?
Das ist tatsächlich von Kind zu Kind unterschiedlich und lässt sich nicht in eine pauschale Formel gießen. Es kommt unter anderem stark darauf an, wie gut euer Kind die eigene Position selbst variieren kann und in welchen Haltungen es sich wohlfühlt.

Woran erkenne ich eine beginnende Druckstelle?
Mit dem oben erwähnten Fingertest könnt ihr erste Anzeichen erkennen. Achtet vor allem darauf, wie es eurem Kind geht, ob es sich wohlfühlt oder zappelig wird, und lasst auffällige Stellen immer rechtzeitig ärztlich abklären.

Kann eine Sitzorthese Druckstellen ganz verhindern?
Eine individuelle und sorgfältig angepasste Sitzorthese kann das Sitzerlebnis verbessern und zur Entlastung beitragen, ersetzt aber nie die Fürsorge und Aufsicht durch Eltern und pflegende Personen. Wir sind motiviert, euren Alltag durch unser Können so weit wie möglich zu erleichtern.

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