Der Morgen ist eng getaktet. Anziehen, frühstücken, Tasche packen und rechtzeitig loskommen. Doch bevor der Tag anfangen kann, müsst ihr die Sitzposition eures Kindes korrigieren.
Die Hüfte ist zur Seite gerutscht. Eine Schulter drückt gegen die Führung. Ihr löst einen Gurt, richtet den Oberkörper auf und zieht alles wieder fest. Wenige Minuten später beginnt euer Kind unruhig zu werden. Also noch einmal nachjustieren. Der Blick wandert zur Uhr.
Vielleicht habt ihr mehrere Hilfsmittel ausprobiert. Eine Sitzschale war zu breit, ein anderes Modell bot dem Rumpf nicht genug Halt. Der Rollstuhl ließ sich zwar einstellen, passte aber trotzdem nicht richtig zu den körperlichen Voraussetzungen eures Kindes.
Ein Serienprodukt ist nicht automatisch eine schlechte Lösung. Viele Kinder kommen damit gut zurecht. Doch Körper lassen sich nicht in feste Kategorien einteilen. Proportionen, Bewegungsmuster und der benötigte Halt unterscheiden sich von Kind zu Kind. Manchmal kommt der Moment, an dem die vorhandenen Einstellmöglichkeiten nicht mehr ausreichen.
Dann steht die verständliche Frage im Raum: Gibt es nicht ein Hilfsmittel, das wirklich für unser Kind gebaut wird?
Wenn jeder Anpassungstermin wieder von vorn beginnt
Passt ein Hilfsmittel nicht richtig, bleibt es selten bei einer einzigen kleinen Korrektur. Ein Polster wird ergänzt, eine Führung versetzt, ein Gurt anders eingestellt. Für kurze Zeit wirkt die Situation besser. Dann wächst das Kind, verändert seine Sitzhaltung oder entwickelt neue Bewegungsmuster.
Schon beginnt die Suche erneut.
Viele Familien kennen dieses Hin und Her. Sie fahren zu Terminen, erklären die gleichen Schwierigkeiten und hoffen jedes Mal, dass die nächste Anpassung den entscheidenden Unterschied bringt. Das kostet nicht nur Zeit. Es kann auch zermürbend sein, immer wieder bei null anzufangen.
Gleichzeitig sitzt das Kind weiterhin mehrere Stunden am Tag in der Versorgung. Eine ungünstige Position oder zu wenig Unterstützung kann zu Unwohlsein beitragen. Auch Druckstellen können entstehen, wenn einzelne Körperbereiche dauerhaft stärker belastet werden. Deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen, wenn euer Kind häufig unruhig sitzt, sich immer zur gleichen Seite bewegt oder sichtbare Druckspuren zurückbleiben.
Hinzu kommt das Wachstum. Während ein neues Serienmodell bestellt, geliefert und angepasst wird, verändert sich der Körper bereits weiter. Das Gefühl, der Entwicklung einen Schritt hinterherzulaufen, ist vielen Eltern vertraut.
Niemand hat dabei etwas falsch gemacht. Manchmal reicht die Serie einfach nicht aus.
Individualbau in der Rehatechnik: Die Form beginnt beim Kind
Wenn Standard nicht passt, kann eine maßgefertigte Versorgung der nächste sinnvolle Schritt sein. Beim Individualbau in der Rehatechnik wird nicht versucht, euer Kind möglichst gut in eine vorhandene Form hineinzusetzen. Stattdessen entsteht die Form aus den körperlichen Voraussetzungen eures Kindes heraus.
Im STREHL Lab in Bremervörde werden solche Lösungen in der eigenen Werkstatt entwickelt und gefertigt. Am Anfang steht die genaue Betrachtung: Wie sitzt euer Kind? Wo braucht es Halt? Welche Bewegungen sollen weiterhin möglich bleiben? An welchen Stellen darf kein unnötiger Druck entstehen?
Je nach Versorgung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Körpermaße können digital erfasst werden, etwa über einen 3D-Scan. Bei einer individuell gefertigten Sitzorthese kann auch das Vakuumabdruckverfahren genutzt werden. Dabei wird die gewünschte Sitzposition gemeinsam mit dem Kind aufgebaut und körpernah abgenommen.
Anschließend entsteht aus diesem Abdruck eine individuelle Form. In der Tiefziehanlage wird thermoplastisches Material erwärmt und über das Modell gezogen. Nach dem Abkühlen kann es weiterbearbeitet, gepolstert und an die konkreten Anforderungen angepasst werden.
So wird kein fertiges Serienmodell nachträglich passend gemacht. Die Versorgung entsteht von Beginn an für dieses eine Kind.
Eine solche Maßanfertigung kann helfen, Belastungen gleichmäßiger zu verteilen und Druckstellen zu reduzieren. Sie kann außerdem zu mehr Komfort beitragen und ermöglicht in vielen Fällen eine passgenauere Unterstützung von Becken, Rumpf und Kopf.
Dabei geht es nicht darum, ein Kind möglichst fest zu fixieren. Eine gute Versorgung soll dort Halt geben, wo er gebraucht wird, und Bewegung dort zulassen, wo sie möglich und sinnvoll ist.
Wenn aus ständigem Nachjustieren wieder entspannter Alltag wird
Stellt euch vor, euer Kind sitzt einfach. Nicht regungslos und nicht in einer vorgegebenen Musterhaltung. Sondern so, dass es sich sicherer und wohler fühlen kann. Ihr müsst nicht direkt nach dem Anschnallen wieder eine Schulter korrigieren. Beim Frühstück bleibt der Oberkörper länger in einer günstigen Position. Auf dem Weg zur Schule kreisen eure Gedanken nicht ununterbrochen um den nächsten Anpassungstermin.
Vielleicht sind weiterhin kleine Korrekturen nötig. Kinder wachsen, Tagesformen verändern sich und kein Hilfsmittel nimmt euch jede Aufgabe ab. Doch im besten Fall wird aus dem ständigen Eingreifen eine gelegentliche Kontrolle.
Das kann im Alltag einen spürbaren Unterschied machen. Für euer Kind und für euch. Die Minuten, die vorher für erneutes Positionieren gebraucht wurden, stehen wieder für andere Dinge zur Verfügung. Für ein ruhigeres Frühstück, ein kurzes Gespräch oder einfach einen Start in den Tag, der nicht bereits mit Zeitdruck beginnt.
Genau darin liegt die eigentliche Veränderung: Das Hilfsmittel rückt in den Hintergrund. Euer Kind und euer gemeinsamer Alltag stehen wieder stärker im Mittelpunkt.
„Wir hatten drei verschiedene Sitzschalen ausprobiert. Erst der Individualbau hat wirklich zu unserem Sohn gepasst.“
— Mutter aus Zeven
Wenn die Serie nicht mehr reicht, bauen wir für euer Kind
Eine Maßanfertigung ist nicht für jede Versorgung notwendig. Wo ein Serienprodukt gut funktioniert und sich zuverlässig anpassen lässt, kann es die passende Wahl sein. Wenn die vorhandenen Modelle jedoch dauerhaft an ihre Grenzen kommen, schaut das Team von STREHL gemeinsam mit euch genauer hin.
In der eigenen Werkstatt können individuelle Sitzlösungen und weitere maßgefertigte Hilfsmittel für Kinder entwickelt werden. Ihr habt dabei einen persönlichen Ansprechpartner, der die Versorgung begleitet und eure Fragen mit euch klärt.
Auch beim Antrag und bei der Kostenklärung unterstützen wir euch. Welche Kosten übernommen werden können, hängt von der jeweiligen Versorgung, der medizinischen Begründung und der Entscheidung des zuständigen Kostenträgers ab. Darüber hinaus bietet STREHL für passende Versorgungen eine 0%-Finanzierung an.
Ihr müsst vor dem ersten Gespräch noch nicht wissen, welches Verfahren oder welches Hilfsmittel infrage kommt. Dafür ist die gemeinsame Beratung da.
Lasst euch unverbindlich beraten, ob der Individualbau für euer Kind der richtige Weg sein kann. Ruft uns an unter 04761 808040 oder schreibt uns über das Kontaktformular.




