Es gibt Themen, bei denen wir als Sanitätshaus nicht stillbleiben können. Dies ist eines davon. Denn gerade wird auf politischer Ebene über eine Kürzung entschieden, die genau die Versorgung trifft, auf die eure Kinder jeden Tag angewiesen sind – die individuelle, handwerklich gefertigte Hilfsmittelversorgung vor Ort.
Wir möchten euch erklären, worum es geht, was das für Familien wie eure bedeuten kann – und warum eure Unterschrift jetzt zählt.
Worum geht es?
Mit dem geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll ein pauschaler Abschlag von 3 Prozent auf alle Versorgungsverträge in der individuellen Hilfsmittelversorgung eingeführt werden. Vereinfacht gesagt: Für jedes Hilfsmittel, das wir anpassen und versorgen, sollen wir künftig 3 Prozent weniger erstattet bekommen – unabhängig davon, wie aufwendig die Versorgung ist.
Das klingt nach einer kleinen Zahl. Für handwerklich arbeitende Betriebe wie uns ist sie es nicht. Denn diese 3 Prozent werden nicht vom Gewinn abgezogen, sondern vom gesamten Umsatz. Gleichzeitig steigen unsere Kosten an allen Ecken
Die Speditionskosten unserer Lieferanten sind bereits Anfang dieses Jahres um 15% gestiegen.
Der Mindestlohn ist gestiegen, was auch höhere Gehälter steigen lässt.
Die allgemeine Inflation.
Diese Steigerungen können wir kaum an die Krankenkassen weitergeben. Was bei uns ankommt, ist eine Schere, die sich immer weiter öffnet.
Warum das ungerecht ist
Besonders bitter: Unser Bereich ist kein Kostentreiber im Gesundheitssystem. Das sind keine Behauptungen von uns, sondern Zahlen aus offiziellen Quellen.
Das Wichtigste in Kürze:
Die gesamte Hilfsmittelversorgung macht rund 3,5 Prozent der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung aus (2025: ca. 12,3 Mrd. Euro).
Die Finanzkommission Gesundheit – das Expertengremium der Bundesregierung selbst – warnt ausdrücklich davor, in diesem Bereich pauschal zu kürzen.
Trotzdem soll genau hier ein pauschaler 3-Prozent-Abschlag greifen.
Mit anderen Worten: Es soll ausgerechnet dort gespart werden, wo ohnehin wenig ausgegeben wird – und wo die eigenen Fachleute der Regierung von einem pauschalen Eingriff abraten. Wer sparsam und diszipliniert gearbeitet hat, wird dafür bestraft.
Was das für eure Familien bedeuten kann
Die individuelle Hilfsmittelversorgung ist kein anonymer Produktmarkt. Sie ist Handarbeit, Beratung, Anpassung, Nachsorge und Reparatur – oft bei euch zu Hause. Genau diese persönliche, wohnortnahe Versorgung ist es, die unter Druck gerät.
Schon heute ist die Lage angespannt. In der handwerksbasierten Versorgung herrscht ein erheblicher Fachkräftemangel; in kaum einer medizinischen Berufsgruppe ist er größer. Wenn jetzt zusätzlich pauschal gekürzt wird, ist absehbar, dass viele Sanitätshäuser das wirtschaftlich nicht tragen können.
Was das konkret heißen kann: längere Wege, längere Wartezeiten, weniger Zeit für die aufwendigen Sonderversorgungen, die Kinder mit komplexem Bedarf benötigen. Also genau für die Versorgungen, die nicht von der Stange kommen, sondern individuell gefertigt werden müssen. Wir möchten auch in Zukunft für euch da sein – mit der Zeit und der Sorgfalt, die eure Kinder verdienen.
Was ihr tun könnt
Der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik hat eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet. Sie fordert, den pauschalen 3-Prozent-Abschlag zu streichen und die individuelle, handwerksbasierte Hilfsmittelversorgung zu sichern.
Jede Unterschrift macht diese Forderung im parlamentarischen Verfahren sichtbarer. Es dauert nur eine Minute – und es ist eine der direktesten Möglichkeiten, die wohnortnahe Versorgung von Kindern mit Behinderung zu unterstützen.
👉 Hier könnt ihr die Petition unterschreiben: openpetition.org/deutschlandsiehtrot
Und wenn ihr mögt: Teilt den Link mit anderen Familien, mit Freunden, mit allen, denen eine gute Versorgung am Herzen liegt. Je mehr Menschen unterschreiben, desto lauter wird die Stimme für eine Versorgung, die bleibt, wo sie hingehört – bei euch vor Ort.
Danke, dass ihr uns dabei unterstützt.




