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Das Therapiefahrrad ist angekommen. Der Karton ist geöffnet, vielleicht steht das Rad schon im Flur oder im Garten. Für viele Eltern ist das ein schöner Moment, gleichzeitig tauchen sofort Fragen auf. Sitzt mein Kind richtig? Ist alles sicher eingestellt? Und woran erkennt man eigentlich, ob die Position wirklich passt?
Ein Therapiefahrrad kann Kindern viel ermöglichen. Bewegung, frische Luft, gemeinsame Ausflüge mit der Familie. Damit das Radfahren aber wirklich angenehm ist, muss das Fahrrad gut auf das Kind abgestimmt sein. Wenn Sitz oder Pedale nicht richtig eingestellt sind, merkt man das oft schnell. Das Treten wirkt schwer, das Kind rutscht leicht nach vorne oder sitzt einfach nicht stabil.
Die gute Nachricht: Die ersten Einstellungen übernimmt Strehl für euch. Solltet ihr im Alltag aber noch Dinge anpassen wollen, benötigt ihr keine technischen Vorkenntnisse. Mit ein paar einfachen Anpassungen lässt sich das Therapiefahrrad meistens gut einstellen.
Kurz vorbereiten
Bevor ihr loslegt, lohnt sich ein kurzer Moment Vorbereitung. Stellt das Fahrrad am besten auf einen ebenen Untergrund, damit nichts wackelt. Zehn bis fünfzehn Minuten Zeit reichen meistens völlig aus.
Das Werkzeug aus dem Lieferumfang genügt in der Regel – häufig sind das einfache Inbusschlüssel. Wichtig ist außerdem, dass euer Kind während der Einstellung das trägt, was es später beim Fahren ebenfalls nutzt. Also zum Beispiel Orthesen oder spezielle Schuhe.
Viele Eltern merken schnell: Zu zweit geht es entspannter. Eine Person kann das Fahrrad halten oder die Sitzhaltung beobachten, während die andere kleine Anpassungen vornimmt.
Sitzposition einstellen
Die Sitzposition ist der wichtigste Ausgangspunkt. Das Gesäß sollte möglichst nah an der Rückenlehne bleiben. Dadurch kann der Oberkörper stabil bleiben und das Kind rutscht beim Treten nicht nach vorne.
Ein guter Richtwert ist der Winkel im Knie. Wenn das Pedal oben ist, sollte das Knie ungefähr einen rechten Winkel bilden. Zusätzlich könnt ihr prüfen, ob zwischen Kniekehle und Vorderkante des Sitzes noch etwas Platz bleibt – etwa eine Handbreit funktioniert in vielen Fällen gut.
Wenn der Sitz zu weit vorne eingestellt ist, rutschen Kinder häufig nach vorne. Man merkt das daran, dass der Oberkörper instabil wirkt oder das Treten schnell anstrengend wird. Kleine Anpassungen helfen hier oft schon.
Die Pedalbewegung beobachten
Nachdem der Sitz eingestellt ist, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Beinbewegung. Wenn das Pedal ganz unten steht, sollte das Knie noch leicht gebeugt sein. Wird das Bein komplett durchgestreckt, ist der Abstand meist etwas zu groß.
Hier genügt oft eine kleine Veränderung der Sitzposition. Manchmal sind es nur wenige Zentimeter. Beobachtet danach einfach noch einmal die Bewegung der Beine. Wirkt das Treten gleichmäßig und ruhig, ist die Einstellung meist schon passend.
Gerade bei Kindern mit erhöhter Muskelspannung kann eine angenehme Pedalbewegung einen großen Unterschied machen.
Füße auf den Pedalen sichern
Die Füße sollten möglichst flach auf den Pedalen stehen. Wichtig ist, dass auch die Ferse Kontakt hat und der Fuß nicht zur Seite kippt.
Die Fußschlaufen helfen dabei, den Fuß in Position zu halten. Schließt sie so, dass der Fuß sicher gehalten wird, aber nicht eingeengt ist. Ein kleiner Abstand zwischen Schlaufe und Fuß ist sinnvoll – meist passt ungefähr ein Finger dazwischen.
Wenn euer Kind Orthesen trägt, zieht diese zuerst an und stellt danach die Fußposition ein. Das erspart später zusätzliche Anpassungen.
Oberkörper entspannt ausrichten
Auch der Oberkörper sollte beim Fahren möglichst entspannt bleiben. Der Lenker wird deshalb so eingestellt, dass die Arme leicht angewinkelt sind. Wenn die Arme komplett gestreckt sind, ziehen viele Kinder automatisch die Schultern hoch. Das wirkt schnell angespannt.
Einige Therapiefahrräder besitzen zusätzliche Stützen für den Oberkörper. Diese sollten gleichmäßig anliegen und Halt geben, ohne Druck auszuüben. Falls ein Bauchgurt vorhanden ist, wird er über der Hüfte geschlossen und nicht über dem Bauch.
Eine passende Einstellung erkennt man meist daran, dass das Kind ruhig sitzt und frei atmen kann.
Kopfstütze einstellen (falls vorhanden)
Manche Modelle haben zusätzlich eine Kopfstütze. Sie soll den Kopf leicht führen, aber nicht fest fixieren.
Am besten befindet sich der Kopf in einer neutralen Position – ungefähr über den Schultern. Das Kinn zeigt leicht nach vorn. Wichtig ist, dass euer Kind den Kopf weiterhin bewegen kann. Die Stütze unterstützt lediglich die Haltung.
Ein kurzer Sicherheitscheck
Bevor ihr losfahrt, lohnt sich ein schneller Blick auf ein paar Punkte. Sitzt euer Kind gerade auf dem Sitz? Sind Gurte und Fußschlaufen geschlossen? Drehen sich die Pedale ruhig und ohne Widerstand?
Eine kurze Probefahrt zeigt meist schnell, ob sich alles gut anfühlt oder ob noch eine kleine Anpassung nötig ist.
Einstellungen regelmäßig prüfen
Kinder wachsen schnell. Deshalb verändert sich auch die passende Sitzposition mit der Zeit. Es lohnt sich, das Therapiefahrrad regelmäßig zu überprüfen – besonders nach Wachstumsschüben oder nach längeren Pausen.
Manchmal sind es nur wenige Zentimeter, die einen Unterschied machen. Eine Mutter erzählte einmal nach einer Anpassung:
„Wir dachten lange, unser Sohn fährt einfach nicht gern Fahrrad. Am Ende lag es nur daran, dass der Sitz ein Stück zu weit vorn eingestellt war. Danach hat es plötzlich viel besser funktioniert.“
Wenn ihr euch unsicher seid
Gerade bei der ersten Einstellung fühlen sich viele Eltern unsicher. Das ist vollkommen normal. Ein Therapiefahrrad soll schließlich nicht nur fahren, sondern wirklich gut zum Kind passen.
Wenn ihr merkt, dass euch eine Einstellung schwerfällt oder ihr unsicher seid, kann fachliche Unterstützung helfen. Die Experten von Strehl beraten Familien bei der Auswahl und Anpassung von Hilfsmitteln und schauen bei Bedarf gemeinsam mit euch auf die Einstellungen.
Am Ende geht es vor allem um eines: dass euer Kind sich sicher fühlt – und ihr gemeinsam unterwegs sein könnt.